Verantwortung+Gesundheitsschutz

Im Hinblick auf Arbeitsschutz und Unfallverhütung haben viele Unternehmen ihre Verpflichtungen aus dem Arbeitsschutzgesetz  inzwischen umgesetzt.
 
Wie sieht es aus mit der Verantwortung im Gesundheitsschutz?
Genauso wie in der Arbeitssicherheit! Beide Begriffe werden im Arbeitsschutzgesetz gleichberechtigt erwähnt:
Auszug aus dem Arbeitsschutzgesetz
Grundpflichten des Arbeitgebers (§3, Abs.1 ArbSchG)):

1 Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die erforderlichen Maßnahmen des Arbeitsschutzes … zu treffen … .Er hat die Maßnahmen auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen underforderlichenfalls sich ändernden Gegebenheiten anzupassen. Dabei hat er eine Verbesserung von Sicherheit und Gesundheitsschutz der Beschäftigten anzustreben.
2. Zur Planung und Durchführung der Maßnahmen…hat der Arbeitgeber unter Berücksichtigung der Art der Tätigkeiten und der Zahl der Beschäftigten
– für eine geeignete Organisation zu sorgen und die erforderlichen Mittel bereitzustellen sowie
– Vorkehrungen zu treffen, daß die Maßnahmen erforderlichenfalls bei allen Tätigkeiten und eingebunden in die betrieblichen Führungsstrukturen beachtet werden und die Beschäftigten ihren Mitwirkungspflichten nachkommen können
Verantwortliche Personen (§ 13, Abs. 1)
Verantwortliche Personen für die Erfüllung der sich aus diesem Abschnitt ergebenden Pflichten sind neben dem Arbeitgeber
1. sein gesetzlicher Vertreter     …
4. Personen, die mit der Leitung des Betriebes beauftragt sind, im Rahmen der ihnen überlassenen Aufgaben und Befugnisse
Verantwortungsbereiche dieser Personen (hier bezogen auf Gesundheitsschutz):
Auswahlverantwortung: Ist jeder Mitarbeiter (Führungskräfte eingeschlossen) an seinem Arbeitsplatz hinsichtlich seiner körperlichen und geistigen Konstitution sowie seiner Qualifikation richtig eingesetzt?
Organisationsverantwortung: Wird die Verpflichtung zur Erhaltung bzw. Verbesserung des Gesundheitsschutzes im Unternehmen im Hinblick auf alle  hierarchischen Ebenen und bis in die Geschäfts- oder Fertigungsprozesse ernst genommen und mit Leben erfüllt?
Aufsichtsverantwortung: Vergewissert sich jede Führungskraft regelmäßig, dass alle im Unternehmen getroffenen organisatorischen Maßnahmen zur Erhaltung bzw. Verbesserung des Gesundheitsschutzes in ihrem Bereich auch umgesetzt werden und gibt im Zweifel Information an die nächste hierarchische Ebene oder die Personalverantwortlichen?
Wenn das inzwischen ebenfalls akute Thema „Vermeidung psychischer Belastungen / Erkrankungen“ ebenso ernst genommen wird, wie zuvor das Thema „Unfallverhütung“, gehört es eindeutig in den Verantwortungsbereich „Arbeits- und Gesundheitsschutz“. Um weiter steigenden Fehlzeiten durch diese Erkrankungen vorzubeugen, bedarf es ähnlicher Prozesse von der Analyse bis zur Umsetzung und Kontrolle und einer Einordnung bei den wichtigen Führungsaufgaben.

Der Umgang mit Veränderungen

Der Umgang mit Veränderungen wird immer mehr zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Und dabei spielt es eine untergeordnete Rolle, in wie weit Unternehmen von der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise betroffen sind. Denn Veränderungsprozesse werden zukünftig in noch schnellerer Folge, mit höherer Komplexität und damit auch kürzeren Konsolidierungsphasen Bestandteil des Unternehmensalltags werden. Gewinner dieser Entwicklung sind eindeutig die Organisationen, die es verstehen ihre Mitarbeiter positiv in diese Prozesse einzubinden.
Das heißt im Klartext, dass nicht nur Projektgruppen sorgfältig zusammengestellt, Budgets beantragt und Organigramme neu gestaltet werden. Die Impulse, Ideen, aber auch die Bedenken und Sorgen der Menschen, die diese Veränderung leben sollen, werden zu wertvollen Beiträgen, wenn Betroffene zu Beteiligten gemacht werden. Dann gelingt Motivation, auch wenn harte Zeiten bewältigt werden müssen.
Je höher die soziale Kompetenz der Führungskräfte, umso produktiver lassen sich Veränderungen gestalten. Eine transparente Informationspolitik, offene Kommunikation über hierarchische Ebenen hinweg, Klarheit und Authentizität sind dafür die Instrumente. Dazu gehört der Mut, bei Umstrukturierungen, Generationswechsel oder auch Fusionen einen ganzheitlichen Blick auf die  Organisation zu werfen, idealerweise aus der Außenperspektive. Denn überall wo Menschen zusammenarbeiten, entstehen lebende Systeme, die mehr sind als die Summe ihrer Teile.